Technik und Betrieb – und was Lagestand nicht kann
Lagestand ist eine Web-Anwendung für die Einsatzführung der Feuerwehr: Sie läuft auf einem Server im Rechenzentrum und im Browser der Tablets und Rechner, im Gerätehaus und im ELW auf Wunsch zusätzlich auf eigenen Windows-Knoten. Diese Seite beschreibt für IT, Datenschutz, Wehrführung und Kommune Aufbau, Voraussetzungen, Updates, Sicherung und Support – und die wichtigsten Grenzen.
Auf einen Blick Stand: 15.09.2026
- Web-Anwendung im Browser, keine App aus dem App-Store nötig
- Vier Ebenen: Server im Rechenzentrum, Windows-Rechner vor Ort, jedes Tablet für sich, Papier
- Updates auf Ihren Rechnern vor Ort installieren Sie selbst: per Klick, bei geänderten Programmbausteinen per USB-Stick
- Anwendung, Datenbank und tägliche Sicherung auf einem Server in Frankfurt am Main
- Support montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr (außer an gesetzlichen Feiertagen in Hessen), kein Bereitschaftsdienst
- Einsatzführung ohne künstliche Intelligenz
Aufbau: vier Ebenen bis zum Papier
Rechner im Gerätehaus und im ELW lassen sich als eigene Knoten einrichten; stehen sie im selben örtlichen Netz, gleichen sie sich auch ohne Internet untereinander ab. Die Tablets der Fahrzeuge arbeiten immer mit dem Server im Rechenzentrum: Im Funkloch arbeiten sie für sich weiter und reichen ihre Einträge nach, sobald sie wieder Netz haben.
Welche Ebene trägt, hängt also vom Gerät ab:
1. Server im Rechenzentrum
Der Regelbetrieb für alle Geräte, über das Internet erreichbar. Hier kommen die Alarme aus dem Alarmierungssystem an; von hier laufen Sicherung und E-Mail-Versand.
2. Windows-Rechner vor Ort
Eigene Knoten im Gerätehaus oder im ELW, eingerichtet mit dem Installationspaket per USB-Stick; das Paket richtet heute bis zu vier Rechner ein. Sie arbeiten ohne Internet weiter und erstellen PDF-Berichte selbst.
3. Jedes Tablet für sich
Tablets und Handys weichen nicht auf die Rechner vor Ort aus: Ohne Internet arbeitet jedes Gerät mit seinem eigenen Stand.
4. Papier
Ein von der Software unabhängiges Rückfallverfahren mit Papier und Sprechfunk halten Sie vor und üben es; die Vordrucke dafür liefert die App.
Was ohne Internet nicht geht, steht bei den Grenzen.
Voraussetzungen bei Ihnen
Diese Voraussetzungen schaffen Sie selbst:
| Was | Wofür |
|---|---|
| Internetzugang am Gerätehaus und in den Fahrzeugen | Verbindung zum Server, Abgleich der Tablets |
| Tablets oder Handys mit aktuellem Browser | Anwendung im Fahrzeug |
| Windows-Rechner mit Chrome oder Edge im Gerätehaus oder ELW | eigener Knoten vor Ort, der auch PDF-Berichte erzeugt |
| Administratorrechte; je Rechner ein fester Name oder eine feste Adresse | Installation mit Autostart und Firewall-Freigabe, Abgleich im örtlichen Netz |
| Örtliches, nicht öffentlich zugängliches Netz zwischen diesen Rechnern | Abgleich ohne Internet |
| Zugang zu Ihrem Alarmierungssystem | Übernahme von Einsätzen, Fahrzeugstatus und Personal |
| Pflege Ihrer Verzeichnisse | Fahrzeuge, Rufnummern, Gebührensätze, Objektdaten, Berichtsverteiler |
Angebunden ist heute Feuersoftware Connect, und zwar nur lesend; ohne Anbindung legen Sie Einsätze von Hand an.
Updates
Auf Ihren Rechnern vor Ort lädt und prüft Lagestand neue Programmstände selbst, installiert sie aber erst nach einem Klick bei Ihnen – also nicht ungefragt mitten im Einsatz. Ändern sich grundlegende Programmbausteine, zeigt der Rechner das an; dann spielen Sie ein neues Installationspaket per USB-Stick auf. Auf Rechnern mit veraltetem Stand können wir Störungen nur eingeschränkt bearbeiten.
Den Server im Rechenzentrum aktualisieren wir, möglichst nicht an den üblichen Übungsabenden. Arbeiten mit längerer Unterbrechung kündigen wir vorher an; sicherheitsrelevante Aktualisierungen spielen wir auch ohne Vorankündigung ein.
Sicherung und Standort
Anwendung und Datenbank laufen auf einem Server in Frankfurt am Main; dort liegen auch die täglichen Sicherungen, zusätzlich sichert der Hoster den Server täglich. Die Überwachung der Systeme läuft über einen zweiten Server in Frankreich (EU). Einsatzberichte per E-Mail versendet ein Versanddienstleister. Alle eingesetzten Dienstleister nennen wir Ihnen vor Vertragsschluss.
Für die Wiederherstellung gibt es ein schriftliches Verfahren, vom Neustart eines Dienstes bis zum Zurückspielen einer Sicherung.
Leistung, Überwachung und Support
Zum Leistungsumfang gehören die Einrichtung Ihres Systems im Rechenzentrum, das Installationspaket für Ihre Windows-Rechner (Aufstellung und Betrieb vor Ort liegen bei Ihnen), die Anbindung an Feuersoftware (den Zugang stellen Sie), eine Ersteinweisung der Führungskräfte und Updates, außerdem Support montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr außer an gesetzlichen Feiertagen in Hessen. Weitere Schulungen und Vor-Ort-Termine nach Angebot.
Die Systeme werden automatisch von außen überwacht. Fällt ein Dienst aus oder bleibt die nächtliche Sicherung aus, werden wir benachrichtigt; hängende Dienste startet der Server selbsttätig neu. Störungen nehmen wir per E-Mail und Telefon entgegen. Was gilt, wenn der Entwickler länger ausfällt, steht unter Über Lagestand.
Automatisierte Prüfungen
Zum Programm gehören über 1.100 automatisierte Prüfungen, etwa für Zugriffsrechte, Prüfsummenkette, Verschlüsselung, Sommer- und Winterzeit, Datenexport und Berichtsdruck. Sie zeigen, dass bekannte Abläufe wie vorgesehen funktionieren; ein Prüfsiegel Dritter sind sie nicht.
Was „revisionssicher“ bei uns heißt
Bei Lagestand heißt das Wort genau das:
Einträge werden nur angehängt, nie überschrieben, und über eine Prüfsummenkette (SHA-256) verknüpft. Die eingebaute Prüfung zeigt, ob ein gespeicherter Eintrag verändert wurde, ohne dass die Prüfsummen neu berechnet wurden; die Kette ist nicht signiert, und verhindern kann die Prüfung Änderungen nicht. Zeitstempel stammen aus der Uhr des erfassenden Geräts.
- Korrekturen von Einsatzadresse oder Stichwort überschreiben nichts: Der alte Wert bleibt erhalten, die Änderung steht hervorgehoben im Einsatztagebuch.
- Aus der Übersicht genommene Einsätze und Lagen werden nur ausgeblendet und bleiben im Nachweis erhalten.
- Der Datenexport enthält das Ereignisprotokoll in der gespeicherten Form, sodass sich die Prüfsummen auch außerhalb von Lagestand nachrechnen lassen.
Was es nicht heißt: Die Einträge tragen keine Signatur und keinen qualifizierten Zeitstempel, eine zentrale Zeitreferenz gibt es nicht, und der Urheber ist eine Angabe des Geräts, die nicht gegen das Anmeldekonto geprüft wird. Mehr zum digitalen Einsatztagebuch.
Datenschutz und Datenhoheit
Namen und Kontaktdaten von Geschädigten, Verursachern und von Hand erfassten Meldern sowie Name und Alter von Patienten legt Lagestand je Datensatz verschlüsselt ab (AES-256-GCM); angemeldete Geräte können sie lesen. Andere Einsatzangaben – etwa Adressen, Tagebuchtexte, Sichtungskategorien oder aus eingelesenen Aufträgen übernommene Melderdaten – liegen unverschlüsselt, und der Einsatzbericht enthält die Namen im Klartext. Welche Daten wo liegen, erläutern wir Ihrem Datenschutzbeauftragten gern im Gespräch.
Jede Kommune bekommt ein eigenes System mit eigener Datenbank und eigenen Benutzerkonten; die Trennung von anderen Kunden ist technisch erzwungen. Die Verbindung zwischen Ihren Geräten und dem Server im Rechenzentrum ist durchgehend verschlüsselt. Beim Öffnen der Lagekarte laden die Geräte die Kartenkacheln direkt von OpenStreetMap; dabei werden die IP-Adresse des Geräts und der Kartenausschnitt übermittelt, Einsatzadressen nicht.
Ihre Daten gehören Ihnen: Export jederzeit selbst, solange Ihr System erreichbar ist. Jede Anmeldung unserer Betreuung sehen Sie im Protokoll; protokolliert wird die Anmeldung, nicht jeder einzelne aufgerufene Datensatz. Arbeiten direkt am Server, etwa Updates und Sicherungen, erscheinen dort nicht.
Der Export enthält Personendaten im Klartext, auch Gesundheitsdaten wie die Einträge des Verbandbuchs, und gehört entsprechend geschützt aufbewahrt.
Grenzen
Hier stehen die wichtigsten Grenzen für Betrieb, Funktionen und Nachweis; die meisten nennt auch unser Lizenzvertrag in der Anlage „Bekannte Einschränkungen“.
Betrieb
- Ein Server, kein Ausfallverbund. Fällt der Server aus, ist Lagestand bis zur Wiederherstellung über das Internet nicht erreichbar.
- Internetausfall. Ohne Internet gleichen die Fahrzeug-Tablets nicht ab – auch nicht mit einem Rechner vor Ort –, aus dem angebundenen Alarmierungssystem kommen weder Einsätze noch Fahrzeugstatus, und der Lagekarte fehlt der Kartenhintergrund. Einsätze legen Sie dann von Hand an. Gemeinsam arbeiten ohne Internet nur Windows-Rechner, die im selben örtlichen Netz stehen; ein ELW an der Einsatzstelle arbeitet dann für sich. Einen ausgefallenen Abgleich zwischen den Rechnern meldet das System heute nicht von selbst. Für den Fall der Fälle liegen Papierformulare bereit.
- Kein Bereitschaftsdienst, keine zugesagte Reaktionszeit. Außerhalb der Support-Zeiten bearbeiten wir keine Störungen.
- Sicherung einmal täglich. Bei einem Totalverlust des Servers können die Daten seit der letzten Sicherung verloren sein, also bis zu 24 Stunden; eine Zeitvorgabe für die Wiederherstellung gibt es nicht.
- Rechner vor Ort und Tablets werden nicht gesichert. Was dort erfasst und noch nicht abgeglichen ist, steht in keiner Sicherung.
- Kein Ersatz für Leitstelle und Funk. Lagestand ersetzt weder die Alarmierung über die Leitstelle noch den Sprechfunk noch die eigenverantwortliche Einsatzführung.
Funktionen
- Atemschutz. Trupps anmelden oder Druckwerte eintragen kann nur das Fahrzeug-Tablet; die Einsatzleitung sieht nur mit, solange beide verbunden sind.
- Vollbild-Lageansicht für Fernseher und Beamer nur in Unwetter- und MANV-Lagen, nicht im Regeleinsatz und nicht als Daueranzeige; die Lagekarte lässt sich in jedem Einsatz über das ganze Fenster zeigen.
- Einsatzbericht ohne Karte. Der PDF-Bericht enthält keinen Kartenauszug.
- Alarmdruck-Import für ein Format. Alarmdrucke Ihrer Leitstelle lassen sich als PDF hochladen: Das System zerlegt sie in Einzelaufträge, die Sie bestätigen. Heute für das Format der Zentralen Leitstelle Hersfeld-Rotenburg; weitere Formate auf Anfrage. Aufträge lassen sich außerdem jederzeit von Hand schnell erfassen, mit Hinweis auf mögliche Doppelmeldungen.
- Alarmierung nur lesend. Lagestand schreibt nichts in Ihr Alarmierungssystem zurück. Für Lagekarte und Entfernungsangaben geht die Einsatzadresse an dessen Adressauflösung, auf Knopfdruck auch die Adresse eines Gerätehauses.
- Regionaler Zuschnitt. Einige Automatiken – der Beitritt der Fahrzeuge über den Funkstatus, automatisch angelegte Tablet-Konten, die Erkennung alarmierter Fahrzeuge und der Kostenersatz eigener Fahrzeuge – sind heute für die Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eingerichtet. Für andere Regionen klären wir die Anpassung vor dem Angebot. Mehr dazu unter Für Kommunen.
Nachweis und Protokoll
- Erkennen, nicht verhindern: Nicht erkannt wird, wenn die jüngsten Einträge eines Geräts oder alle Einträge eines Geräts entfernt werden, jemand Einträge samt neu berechneter Prüfsummen ersetzt oder ein angehängtes Foto ausgetauscht wird.
Weitere Grenzen, etwa zur Löschung von Daten, nennt die Vertragsanlage „Bekannte Einschränkungen“, die Sie vor Vertragsschluss erhalten. Einzelheiten zur IT-Sicherheit veröffentlichen wir bewusst nicht.
Häufige Fragen zu Technik und Betrieb
Brauchen wir besondere Hardware oder eine App?
Keine Spezialhardware: Tablets und Handys mit aktuellem Browser genügen. Wer ohne Internet vor Ort weiterarbeiten will, richtet Windows-Rechner im Gerätehaus bzw. im ELW als eigene Knoten ein; die Fahrzeug-Tablets brauchen für den Abgleich immer Internet.
Lagestand läuft im Browser; eine App aus einem App-Store brauchen Sie nicht.
Was passiert, wenn der Server im Rechenzentrum ausfällt?
Dann ist Lagestand über das Internet nicht erreichbar, bis wir den Server wiederhergestellt haben. Eingerichtete Windows-Rechner vor Ort arbeiten weiter und gleichen sich im selben örtlichen Netz ab, jedes Tablet arbeitet für sich, zuletzt bleibt das Papier. Alarme und Fahrzeugstatus kommen in dieser Zeit nicht an; Einsätze legen Sie von Hand an, Berichte per E-Mail gehen erst danach hinaus.
Setzt Lagestand künstliche Intelligenz ein?
Nicht in der Einsatzführung: kein Sprachmodell und keine KI-Dienste Dritter. Automatisch angelegte Einsätze und Fahrzeugzuordnungen kann die Einsatzleitung korrigieren; alle einsatzrelevanten Entscheidungen trifft ein Mensch.
Weiterlesen
- Software für den ELW – der ELW-Rechner als eigener Knoten
- Digitales Einsatztagebuch – jede Meldung mit Uhrzeit, nachvollziehbar protokolliert
- Lagestand für Ihre Kommune – Kosten, Vertrag, Verantwortung
- Einsatzführungssoftware Lagestand im Überblick
- Demo anfragen
Stand:
Demo anfragen
Wir zeigen Ihnen Lagestand an einem realistischen Unwetter-Szenario mit Musterdaten – per Bildschirmfreigabe, nach Absprache auch vor Ort.
Die Vorführung dauert rund 45 Minuten.
Der Knopf öffnet Ihr E-Mail-Programm mit einem vorbereiteten Text. Sie entscheiden, was Sie ausfüllen und senden.