Digitales Einsatztagebuch: jede Meldung mit Uhrzeit, nachvollziehbar protokolliert
Ein digitales Einsatztagebuch (ETB) führt die Einsatzleitung am Bildschirm statt auf dem Vordruck: Funksprüche, Lagemeldungen und Entscheidungen stehen, sobald sie eingetragen sind, mit Uhrzeit und Absender in einer gemeinsamen Liste, getippt am Rechner im ELW oder gemeldet vom Fahrzeug-Tablet. In Lagestand ist diese Einsatztagebuch-Software Teil der Einsatzführung: Einträge werden nur angehängt, Korrekturen erscheinen als eigener Eintrag, und beim Abschluss geht das Tagebuch in den Einsatzbericht ein.
Auf einen Blick Stand: 12.09.2026
- Vier Kategorien für getippte Einträge: Funkspruch, Lagemeldung, Schaden und Notiz, jeweils mit „von“ und „an“.
- Meldungen der Fahrzeuge: Lagemeldungen vom Tablet, auf Wunsch mit Foto, stehen mit der Uhrzeit ihrer Erfassung im Tagebuch.
- Automatische Einträge für Fahrzeugstatus, Zuordnungen, Checklisten und Atemschutzüberwachung; bei Bedarf ausblendbar.
- Kein Eintrag wird überschrieben: Eine Richtigstellung ist ein neuer Eintrag. Bei korrigierter Adresse oder korrigiertem Stichwort stehen alter und neuer Wert im Tagebuch, bei geändertem Einsatzbeginn oder -ende nur der neue; Folgemeldungen der Leitstelle vermerkt es als „Einsatzdaten aktualisiert“.
- Einsatzbericht als PDF mit allen Tagebucheinträgen, die beim Erzeugen vorliegen.
- Grenze: Die Uhrzeit stammt aus dem erfassenden Gerät; einen qualifizierten Zeitstempel gibt es nicht.
So läuft es ab
- Einsatz anlegen. Der Einsatz entsteht von Hand oder, wenn Sie Feuersoftware nutzen, automatisch aus der Alarmierung (Connect-Schnittstelle, nur lesend). Das Tagebuch beginnt mit diesem Eintrag; nachgetragene Fahrzeugzeiten ordnet es nach der eingetragenen Uhrzeit ein, gegebenenfalls auch davor.
- Mitschreiben. Am Rechner der Einsatzleitung hält die Person, die das Tagebuch führt, Funksprüche, Lagemeldungen, Schäden und Notizen fest. Uhrzeit (Zeitpunkt des Eintragens) und Kontoname setzt das System; wer einen Funkspruch abgesetzt hat und an wen, steht unter „von“ und „an“. Liegt ein Ereignis schon zurück, vermerken Sie seine Uhrzeit im Text.
- Zuliefern. Die Fahrzeuge schicken Lagemeldungen vom Tablet, auf Wunsch mit Foto. Fahrzeugstatus und Atemschutzüberwachung laufen automatisch ins selbe Tagebuch.
- Korrigieren. Ändert die Einsatzleitung Adresse oder Stichwort, überschreibt das nichts: Die Änderung steht als eigener, farbig markierter Eintrag im Tagebuch.
- Abschließen. Den Einsatzbericht erzeugen Sie als PDF, vorher auch als Zwischenbericht; ist ein Verteiler hinterlegt, geht er beim Abschluss eines echten Einsatzes automatisch dorthin, bei Übungen nicht.
Welche Einträge kennt das digitale Einsatztagebuch?
Getippt werden Funksprüche, Lagemeldungen, Schäden und Notizen, jeweils mit „von“ und „an“; beim Tippen schlägt das System Leitstelle, Einsatzleitung und die Funkrufnamen Ihrer Fahrzeuge vor. Einen Funkspruch können Sie mit einem Klick als neuen Eintrag vorbereiten, etwa um seine Weitergabe an die Leitstelle festzuhalten; übermittelt wird dabei nichts.
Zusätzlich hält Lagestand fest, was im Einsatz ohnehin geschieht: Statuswechsel und Zuordnungen der Fahrzeuge, erledigte Checklisten-Aufgaben, geteilte Dokumente und die Einträge der Atemschutzüberwachung. Damit das Tagebuch lesbar bleibt, lassen sich diese automatischen Einträge ausblenden; getippte Funksprüche und Lagemeldungen bleiben immer sichtbar. Ein Klick filtert nach Kategorie, zum Beispiel auf alle Lagemeldungen. Im ELW kann das Tagebuch in einem eigenen Fenster laufen, etwa auf einem zweiten Bildschirm.
In Unwetterlagen gibt es ein Tagebuch für die ganze Lage und eines je Auftrag; beide kennen zusätzlich die Kategorie Telefonat. Amtliche Warnungen des Deutschen Wetterdienstes ab Warnstufe 3 für die eingerichtete Warnzelle trägt das System selbst in das Tagebuch jeder offenen, echten Unwetterlage ein, nicht in Übungs- oder Vorführlagen und nicht in das Tagebuch eines einzelnen Einsatzes.
Meldungen vom Fahrzeug-Tablet: mit der Uhrzeit, zu der sie geschrieben wurden
Die Besatzung setzt am Fahrzeug-Tablet eine Lagemeldung ab, hängt bei Bedarf ein Foto an und vermerkt, an wen sie gerichtet ist: ELW, Einsatzleitung oder Leitstelle. Die Meldung erscheint hervorgehoben im Tagebuch der Einsatzleitung, mit dem Fahrzeug als Absender; an die Leitstelle übermittelt Lagestand nichts, der Vermerk steht im Einsatzbericht. Die Uhrzeit setzt das Tablet beim Erfassen, nicht der Server beim Empfang: Reicht ein Tablet eine Meldung nach, weil es beim Schreiben kein Netz hatte, steht sie mit ihrer Erfassungszeit im Tagebuch.
Korrigieren, ohne zu überschreiben
Einen gespeicherten Eintrag bearbeiten oder löschen lässt Lagestand nicht zu. Wer eine Meldung richtigstellen will, schreibt einen neuen Eintrag dazu, so wie einen Nachtrag auf Papier. Ändert die Einsatzleitung Adresse oder Stichwort, erzeugt das einen eigenen, farbig hervorgehobenen Eintrag mit altem und neuem Wert und, falls angegeben, dem Grund.
Trägt jemand Statuszeiten nach, weil ein Funkstatus nicht angekommen ist, kennzeichnen Tagebuch und Bericht sie als nachgetragen, mit Datum und Uhrzeit der Erfassung. Auch ein Einsatz wird nicht gelöscht: Der Administrator kann ihn nur aus der Oberfläche ausblenden; seine Einträge bleiben im Ereignisprotokoll und im Datenexport erhalten.
Wie fallen nachträgliche Änderungen auf?
Einträge werden nur angehängt, nie überschrieben, und über eine Prüfsummenkette (SHA-256) verknüpft. Die eingebaute Prüfung zeigt, ob ein gespeicherter Eintrag verändert wurde, ohne dass die Prüfsummen neu berechnet wurden; die Kette ist nicht signiert, und verhindern kann die Prüfung Änderungen nicht. Zeitstempel stammen aus der Uhr des erfassenden Geräts.
Nicht erkannt wird, wenn die jüngsten Einträge eines Geräts oder alle Einträge eines Geräts entfernt werden, jemand Einträge samt neu berechneter Prüfsummen ersetzt oder ein angehängtes Foto ausgetauscht wird.
Die Prüfung startet der Administrator; sie rechnet die Prüfsummen auf dem eigenen Gerät nach und unabhängig davon in Ihrem System im Rechenzentrum, an einem Rechner vor Ort auf dessen eigenem Knoten. Beim Datenexport gibt Lagestand das Ereignisprotokoll unverändert heraus, damit sich die Prüfsummen auch außerhalb der Software nachrechnen lassen.
Vom Einsatztagebuch zum Einsatzbericht
Der Einsatzbericht als PDF enthält das Tagebuch mit allen Einträgen, die beim Erzeugen auf dem erzeugenden Rechner angekommen sind, in zeitlicher Reihenfolge mit Uhrzeit, Absender und Text. Dazu kommen Kräfte und Besatzung, Abschnitte und Organigramm, Funkskizze und Atemschutzprotokoll; Fotos aus Lagemeldungen stehen in einer Bildanlage. Der Bericht hat ein Feld für Ort, Datum und die Unterschrift der Einsatzleitung; eine elektronische Signatur gibt es nicht.
Den Verteiler pflegen Sie selbst; ist einer hinterlegt, geht der Bericht beim Abschluss eines echten Einsatzes automatisch dorthin. Weil der Bericht Namen im Klartext enthält, wählen Sie die Empfänger mit Bedacht.
Grenzen
- Uhrzeit und Urheber kommen vom Gerät. Es gibt keine zentrale Zeitreferenz, keinen qualifizierten Zeitstempel und keine elektronische Signatur; der Name des Urhebers wird nicht gegen das Anmeldekonto geprüft. Geht die Uhr eines Tablets falsch, steht eine falsche Zeit im Tagebuch.
- Nachgereichte Meldungen. Solange eine Meldung nicht abgeglichen ist, liegt sie nur auf dem Tablet und in keiner Sicherung. Trifft sie verspätet ein, sortiert das Tagebuch sie nach ihrer Erfassungszeit ein, nicht als neuesten Eintrag. Kommt sie erst nach dem Abschluss an, fehlt sie im automatisch versandten Bericht; ein später abgerufener Bericht enthält sie.
- Kein Löschen über die Oberfläche. Weder Tagebucheinträge noch Personendaten eines Einsatzes lassen sich dort löschen, auch nicht die Namen der eigenen Einsatzkräfte aus den Besatzungslisten; ausgenommen sind Einträge des Verbandbuchs: Löscht der Administrator einen, sind Name, Hergang, Verletzung und die übrigen verschlüsselt abgelegten Angaben danach nicht mehr lesbar; Unfallzeit und Ort bleiben stehen, und im Ereignisprotokoll ist vermerkt, dass und warum gelöscht wurde. Weil Tagebuchtexte unverschlüsselt gespeichert werden, gehören Namen von Geschädigten und Verursachern in die dafür vorgesehenen Felder, nicht in den Freitext (was verschlüsselt abgelegt wird). Löschfristen für Personendaten regelt der Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
- Internetausfall. Ohne Internet arbeitet jedes Fahrzeug-Tablet für sich und gleicht erst wieder ab, wenn es Netz hat; untereinander abgleichen können dann nur Windows-Rechner im selben örtlichen Netz.
Weitere Einschränkungen nennt die Vertragsanlage „Bekannte Einschränkungen“, die Sie vor Vertragsschluss erhalten; die wichtigsten stehen unter Technik und Betrieb.
Häufige Fragen zum digitalen Einsatztagebuch
Ist das digitale Einsatztagebuch revisionssicher?
„Revisionssicher“ ist kein festgelegter Begriff; entscheidend ist, was dahintersteht. Bei Lagestand heißt es: Einträge werden nur angehängt, in der Software lassen sie sich weder bearbeiten noch löschen, eine Prüfsummenkette verknüpft sie, und die eingebaute Prüfung zeigt, ob ein gespeicherter Eintrag verändert wurde, ohne dass die Prüfsummen neu berechnet wurden. Nicht gemeint ist, dass Änderungen technisch unmöglich wären: Die Prüfung verhindert sie nicht, sie erkennt keine Änderung mit neu berechneten Prüfsummen, und das Entfernen von Einträgen erkennt sie nicht in jedem Fall (Einzelheiten unter Wie fallen nachträgliche Änderungen auf?). Uhrzeit und Name des Urhebers sind Angaben des erfassenden Geräts; es gibt keinen qualifizierten Zeitstempel und keine elektronische Signatur. Für Nachweise gegenüber Dritten sind diese Angaben entsprechend zu würdigen. Mehr dazu unter Was „revisionssicher“ bei uns heißt.
Gibt es das digitale Einsatztagebuch als App fürs Tablet?
Ja, als Web-App: Lagestand läuft im Browser von Tablet, Handy und Rechner; eine Installation aus dem App-Store ist nicht nötig. Am Fahrzeug-Tablet schreibt die Besatzung Lagemeldungen, auf Wunsch mit Foto, und kann das Tagebuch in der Führungsansicht mitlesen.
Kann man einen Eintrag nachträglich ändern oder löschen?
Nein, dafür gibt es in Lagestand keine Funktion; eine Richtigstellung schreiben Sie als neuen Eintrag dazu. Würde ein gespeicherter Eintrag dennoch technisch verändert, ohne die Prüfsummen neu zu berechnen, zeigt das die eingebaute Prüfung an; verhindern kann sie es nicht.
Funktioniert das digitale Einsatztagebuch ohne Internet?
Eingeschränkt. Rechner im Gerätehaus und im ELW lassen sich als eigene Knoten einrichten; stehen sie im selben örtlichen Netz, gleichen sie sich auch ohne Internet untereinander ab. Die Tablets der Fahrzeuge arbeiten immer mit dem Server im Rechenzentrum: Im Funkloch arbeiten sie für sich weiter und reichen ihre Einträge nach, sobald sie wieder Netz haben. Solange ein Tablet für sich arbeitet, sieht es keine neuen Einträge der anderen. Was ohne Internet außerdem fehlt, steht unter Technik und Betrieb.
Kann man das Einsatztagebuch ausdrucken?
Ja. Den Einsatzbericht erzeugt Lagestand jederzeit auf Knopfdruck als PDF, bei offenem Einsatz als Zwischenbericht gekennzeichnet, mit dem Tagebuch in zeitlicher Reihenfolge und einer Bildanlage für Fotos; einen Kartenauszug enthält er nicht. Enthalten sind alle Einträge, die beim Erzeugen vorliegen.
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